Zugegeben, ich musste schon leicht schmunzeln, als ich auf der IFA über den Stand von CAT gestolpert bin. Das Logo kenne ich seit meiner Kindheit. Ich meine, welcher Junge träumt nicht davon einmal mit einem Bagger zu fahren! Ich erinnere mich, als wäre es gestern. Als meine Eltern damals ein neues Haus gebaut haben war ich gerade einmal 5 Jahre alt. Die ganze Siedlung war eine große Baustelle, überall zwischen den Rohbauten standen Kräne, Bagger und andere riesige Baustellenfahrzeuge, deren Räder für mich in etwa die Größe eines Autos hatten.

Direkt gegenüber von unserem Haus stand eins dieser Ungetüme. Ein riesiger Bagger, gelb und mit dem unverwechselbaren CAT Logo. Ich weiß nicht mehr genau warum, aber genau dieser eine Bagger hatte eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich und den Nachbarsjungen, mit dem ich nun schon seit knapp 25 Jahren befreundet bin. Wie oft sind wir am späten Nachmittag oder am Wochenende in den Bagger geklettert und haben die Scheinwerfer, die Blinker, die Scheibenwischer oder was sich sonst noch so alles ohne Zündschlüssel bedienen ließ an und aus geschaltet. Erst später habe ich dann erfahren, dass die Bauarbeiter diesen einen Bagger immer unabgeschlossen für uns stehen gelassen haben und ab und an geduldig mit einer externen Batterie das gute Stück wieder zum Laufen bringen mussten. Ab und an, wenn wenig auf dem Bau zu tun war, durften wir auch mal einen der hydraulischen Pumpen in Gang setzten – Heute wohl unvorstellbar, damals aber ein in Erfüllung gegangener Kindheitstraum.

So bevor ich nun aber zu weit abschweife, zurück zum eigentlich interessantem heute. Dem CAT S60. In Zeiten, in denen Kühlschränkehersteller wie Haier Smartphones auf den Markt bringen, warum nicht auch eine Firma wie CAT? Immerhin bleibt man bei dem, was man kann, robuste unkaputtbare Dinge bauen.

Optisch

Auf den ersten Blick fällt einem direkt auf, das hier ist kein normales Smartphone für die Hosentasche. Dick und robust gebaut gehört das Smartphone wohl eher mit dem Werkzeug in den Werkzeugkoffer oder die Arbeitshose, aber sicher nicht in die Anzughose wie z.B. ein Galaxy Note 7. Da will das CAT S60 aber glaube ich auch gar nicht hin. Wer will schon ins Büro, wenn man auf dem Bau an der frischen Luft sein kann?

Ich habe mittlerweile echt viele Smarphones gesehen, egal ob Survival Smartphones, oder moderne wasserfeste Geräte wie das S7 Edge, das Note 7 oder auch das iPhone 7. Aber keines dieser Geräte würde ich wirklich freiwillig ins Wasser legen – geschweigedenn werfen. Bei dem Klotz hier hätte ich keine Bedenken es aus einigen Metern Entfernung in den nächsten See oder die nächste Grube zu werfen. Ich weiß nicht, ob es an der optischen Erscheinung liegt, oder der Assoziation mit diesem Hersteller, aber der Vertrauenvorsprung ist enorm!

Speziell die Ausbuchtung an der oberen Seite für die Wärmebildkamera wirkt auf den ersten Blick echt riesig. Aber dennoch nicht negativ. Das Gesamtbild stimmt irgendwie. Es ist schwer zu beschreiben, aber trotz bulligen Ausmaßen, das S60 kommt elegant rüber.

Abgerundet wird der optische Ersteindruck durch die Gehäuserückseite, verwendet wurde hier ein Polycarbonat, welches aber wie Carbon aussieht. Ein durch und durch gelungenes Finish.

Aber wollen wir mal gemeinsam einen Blick auf das CAT S60 werfen:

Trotz des robusten Designs ganz schick, oder?

Display

Das 4,7″ große Display das CAT S60 löst leide rur mit 1280 x 720 auf, also 720p, statt FullHD. Da es sich hierbei aber eher um ein Arbeitsgerät statt eines Alltagsgegenstandes handelt, in meinen Augen völlig ausreichend. Die HD Auflösung kommt bei der Displaygröße auf jeden Fall dennoch gut rüber.

Einziger Kritikpunkt hier, die Helligkeit, die könnte dann doch etwas höher sein. Gerade wenn man das Gerät draußen beim Arbeiten verwenden möchte, hat man bei direkter Sonneneinstrahlung Probleme etwas zu erkennen.

Zum Schutz vor Kratzern und anderen Umwelteinflüssen verbaut CAT hier Gorilla Glass 4. Die Bedienung funktioniert nicht nur mit nassen Händen, sonder auch mit dicken Handschuhen ohne Probleme. Punkt für CAT!

Hardware

Angetrieben wird der robuste Klotz von einem Snapdragon 617, einer Mittelklasse CPU von Qualmcomm. Da das Ding aber eher weniger zum Spielen und mehr zum Arbeiten gedacht ist, reicht die Power auf alle Fälle mehr als aus. Unterstützt wird die CPU von satten 3GB RAM, somit lässt sich auch schnell und ruckelfrei zwischen den einzelnen Apps hin und her switchen.

Intern stehen 32GB Speicher zur Verfügung, die aber dank microSD Karten-Slot um bis zu 128GB erweitert werden können.

Wasserfest

Wie so viele Hersteller auch, wirbt das CAT S60 damit, wasserfest zu sein. Auf der Herstellerseite heißt es beispielsweise:
Aufgrund seiner herausragenden Wasserdichtigkeit lässt sich das Cat® S60 sogar als Unterwasserkamera nutzen – Tiefen von bis zu 5 Metern übersteht es eine Stunde lang völlig unbeschadet. Damit werden die Grenzen mobiler Technologien und ihrer Verwendungsmöglichkeiten nochmals deutlich erweitert.

Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen und das ganze mal ausprobiert. Da es mir an einem 5m tiefen Pool daheim mangelte müssen wir uns aber leider mit einer Wasserschüssel zufrieden geben. Spaßig war es aber auch so alle Male!

Kamera

Die verbaute Hauptkamera hat eine Auflösung von 13 Megapixel, die Frontkamera von 5 Megapixel. Damit liegt das S60 zwar im guten Mittelfeld was die Kameras angeht, aber bei der Qualität muss man dann doch einige Abstriche in Kauf nehmen. Verglichen mit den Fotos von meinem Samsung Galaxy S7 Edge, welches über eine 12 megapixel Kamera verfügt, kann das S60 einfach nicht mithalten, die Farbtemperaturen wirken leicht unrealistisch und auch der Weißabgleich könnte besser sein. Normale Fotos und Schnappschüsse stehen beim S60 aber auch nicht im Vordergrund, weswegen man darüber hinwegsehen sollte.

Infrarotkamera

Das wohl größte Alleinstellungsmerkmal des CAT S60 dürfe aber eh nicht die verbaute Kamera sein, sondern die Wärmebildkamera von FLIR. Trotz der niedrigen Auflösung von 60 x 80 Pixel liefert die Kamera durchaus gute Ergebnisse, da zusätzlich zur Infrarotkamera auch die Hauptkamera aktiv ist und der Output quasi nur überlagert wird.

Einzelne Bereiche werden je nach Farbtemperatur andersfarbig dargestellt. Zusätzlich besetht die Möglichkeit sich die Temperatur direkt anzeigen zu lassen. Besonders begeistert haben mich auch die unterschiedlichen Modi, in denen sich Temperaturunterschiede sichtbar machen lassen.

Für mich nur eine nette Spielerei, aber für Handwerker auf jeden Fall ein super Feature, wenn nicht sogar das Feature des S60! Mit der Infrarotkamera lassen sich z.B. ohne teures Zusatzequipment die Fenster auf ihre Wärmeisolation überprüfen, oder wo genau die Wasserleitungen in der Wand verlaufen. Tjoa hätte ich mal so ein Gerät vor unserem Umzug gehabt, vielleicht hätte ich die alten Leitungen in der Decke gefunden, bevor ich mit der Bohrmaschine hantiert habe – haha.

Wie anfänglich im Video erwähnt, war es dann doch keine Freundin von mir, deren BH man dort auf dem FLIR Foto erkennt, sondern allem Anschein nach, jemand von N24. Da man die Dame aber wohl kaum anhand des Fotos identifizieren kann, lade ich es trotzdem mal als Beispielfoto hoch. Genau aus diesem Grund liebe N24 Redaktion, lösche ich Promogeräte bevor sie zurück gehen – haha.

Performance

Auf Grund der eher schwachen Hardware wundert es wohl kaum einen, dass das S60 im Antu Benchmark gerade einmal 45.000 Punkte erreicht. Wie aber weiter oben schon erwähnt, geht es dem CAT S60 nicht um die Leistung, sondern eher um die zusätzlichen Features wie die Infrarotkamera, oder die robuste Bauweise.

Fazit

Ich muss zugeben, die abschließende Bewertung ist nicht ganz leicht. Würde ich das S60 auf eine Stufe mit den Top Smartphones in der Preiskategorie stellen, so würde es sicherlich als schlechtestes abschneiden. CAT wollte aber sicherlich kein High-Tech Smartphone mit endloser Gamingpower und Stylfaktor entwickeln. CAT hat sich sehr bewusst für ein robustes Arbeitsgerät entschieden, welches sich perfekt in das Portfolio der Firma eingliedert. Viel Wert wurde hier auf die Robustheit und die zusätzlichen Features, wie die Wärmebildkamera gelegt. All das ist CAT sehr gut gelungen, desswegen von mir klare Kaufempfehlung an dieser Stelle, für alle die, die auf der Suche nach genau so einem Arbeitsgerät sind!

Das CAT S60 ist derzeit für 630€ auf amazon erhältlich. Gemessen an der Hadware erscheint der Preis etwas hoch gegriffen, da man für das Geld eigentlich deutlich mehr Leistung bekommt. Dafür kann das S60 aber an anderen Stellen punkten. Ob einem das den Aufschlag wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

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