Irgendwann gegen Ende der IFA 2016 bin ich über den eBlocker gestolpert und fand die kleine handliche Box eigentlich ganz spannend und wollte mir das Ganze mal in Ruhe zuhause angucken. IFA? 2016? Warum dann jetzt erst das Review? Naja, das Zusenden des Testmusters hat wohl ein bisschen länger gedauert, aber ich bin ja ein sehr geduldiger Mensch. Ein wenig geht die Verzögerung aber auch auf meine Kappe, da ich das gute Stück nun einen knappen Monat bei mir auf dem Schreibtisch stehen hatte.

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Gadget, dem eBlocker!

Inhalte

eBlocker

Was genau kann der eBlocker?

Bei dem eBlocker handelt es sich um eine kleine Box, die ihr einfach daheim mit eurem Router verbindet und die dann für euch den Schutz eurer Privatsphäre übernimmt – im Idealfall ohne euer Zutun.

Was genau heißt das? Der eBlocker unterbindet Tracking Coockies, verhindert das Laden von Werbung, verschleiert im Bedarfsfall eure IP und das alles ohne das ihr zusätzliche Software installieren müsst, quasi direkt, on-the-fly!

Das geniale an dieser Idee ist, das dass eben nicht nur am heimischen PC funktioniert, sondern auch auf jedem anderen Gerät im Netzwerk, z.B. dem Smartphone oder dem Tablet.

Genug geredet, werfen wir mal einen Blick auf die Kiste!

Design

Optisch macht die Box auf jeden Fall einen gute Figur. Schlicht und nicht zu aufdringlich – gefällt mir! Für die Frau im Hause evtl. etwas zu groß geraten – ich bin mir sicher, die Technik hätte auch in ein deutlich kleineres Gehäuse gepasst! Aber nun gut, im Regelfall wird der eBlocker ja eh in der Nähe des Routers angeschlossen und verstaut.

Zubehör

Das Zubehör ist nett verpackt und meiner Meinung nach mehr als ausreichend. Die unterschiedlichen Stecker für das Netzteil sind sehr praktisch, gerade wenn man seinen eBlocker auch mal mit in den Urlaub, oder auf die Geschäftsreise nehmen möchte. Einfach im Vorfeld den passenden Stecker aufstecken und schon kann die Reise los gehen. Wobei sich mir hier die Frage stellt, wie er sich in einem fremden Netzwerk verhält, in den wenigsten Fällen haben wir ja die Möglichkeit unsere Geräte direkt mit dem Netzwerk zu verbinden.

In jedem Fall sehr praktisch!

Installation

Einfacher geht es wohl kaum. eBlocker mit Hilfe des beiliegenden LAN Kabels mit dem Router verbinden, an den Strom anschließen, 5min warten und anschließend http://setup.eblocker.de aufrufen. Das wars eigentlich schon, durch den Rest muss man sich einfach durchklicken. Kinderleicht, aber macht euch selbst ein Bild!

Konfiguration

Die Konfiguration verläuft ebenso simpel. Nach einem Klick auf das eBlocker Icon am oberen Bildschirmrand wählt ihr den Menüpunkt „Settings“ – der Rest ist eigentlich wieder selbsterklärend.

Praktischerweise könnt ihr den eBlocker bzw. dessen Funktionen für einzelne Geräte im Netzwerk aktivieren/deaktivieren. Ebenso habt ihr die Möglichkeit für bestimmte Apps, wie z.B. Facebook, Amazon, etc. Ausnahmeregeln zu erstellen.

Praxistest

Ich muss zugeben, der kleine Würfel leistet auf den ersten Blick erst mal gute Arbeit. Sowohl Werbung, als auch Tracking Codes/Cookies werden erfolgreich geblockt. Leider sehen die Adds, bzw. die kahlen Stellen, an denen sonst die Adds zu sehen wären, etwas doof aus – aber hey, man kann nicht alles haben!
Zum Testen habe ich mir mal die Seite vom Handelsblatt angeschaut, über die auffällige Werbung rege ich mich des öfteren auf.

Werbung/Tracking

Zumindest wurde die Werbung blockiert, ohne dass sich das Handelsblatt darüber beschwert und euch bitte den Adblocker zu deaktivieren. Ein Klick oben rechts auf das eBlocker Icon ermöglicht euch einen detaillierten Einblick, wie viel Werbe- und Trackinglinks blockiert wurden. 6x Tracking, 7xWerbung – schon eine ganze Menge!

Den ersten Test hat der eBlocker also schon mal mit Bravour gemeistert. Aber hierbei handelte es sich um eine einfache Anfrage via HTTP nicht um HTTPS, also nicht per SSL verschlüsselt. Jeder der sich schon mal halbwegs mit dem Thema SSL beschäftigt hat, sollte eigentlich verstehen, warum das „Abfangen“ von Teilen einer verschlüsselten Verbindung nicht allzu einfach ist. Genau vor diesem Problem steht also auch der eBlocker.

In den Einstellungen haben wir zwar die Möglichkeit SSL zu aktivieren, das Ganze war aber leider nur von mäßigem Erfolg gekrönt – obwohl ich, wie vorgegeben, das von eBlocker selbst generierte Zertifikat manuell installiert habe – was schon eher wenigr anfängerfreundlich ist. Hierbei analysiert der eBlocker, wie auch schon beim HTTP die besuchte Seite, filtert/blockiert die die passenden Links und leitet den Rest an mich weiter, eben wieder verschlüsselt, … nur dieses Mal über sein eigenes Zertifikat.

Genau hier scheint der Hund begraben zu liegen, denn es war mir auch nach mehrmaligem Probieren nicht möglich, den eBlocker zu überreden mit SSL verschlüsselten Seiten zu kommunizieren.

Da es sich bei dem Test um meine eigene Seite handelt, bin ich mir eigentlich mehr als sicher, dass es kein Problem mit den Zertifikaten gibt. Auch Amazon und CO waren nicht via HTTPS zu erreichen. Test weise habe ich die Apps von Facebook, Amazon und Co aktiviert – obwohl mir schon vorher klar war, dass das wohl wenig Auswirkungen auf das Endergebnis haben wird.

Das Problem war nur zu lösen, indem der eBlocker pausiert wurde, oder eben die jeweilige Domain auf die Whitelist gesetzt wurde, … da aber fast 90% der Seiten die ich besuche nur via HTTPS zu erreichen sind, meine Eigenen mit eingeschlossen, macht es für mich wenig Sinn dann überhaupt auf den eBlocker zu setzten, wenn ich für alles eine Ausnahme erstellen muss.

Anonymisierung

Man muss sich nicht unbedingt auf illegalen Seiten im Netz herumtreiben, eine Anonymisierung macht aus so vielen Gründen auch beim normalen Surfen Sinn – einfach um seine Spuren zu verschleiern und nicht zu gläsern durchs Netz zu tapsen.

Auf diese Funktion war ich eigentlich am meisten gespannt – ausprobieren konnte ich sie aber nicht.

Wobei die hier angebotene Anonymisierung auch nichts wirklich besonderes ist, es wird lediglich eine Verbindung mit dem Tor Netzwerk hergestellt und die IP verschleiert. Dafür brauche ich keine externe Box – die wenn überhaupt eh nicht funktioniert.

Generell ist diese Art der Anonymität mehr Schein als sein, denn abgesehen davon, dass die Verbindung mitunter sehr sehr langsam wird, weil der Traffic über irgendeine private IP in Uganda geleitet wird, kommt es auch sehr auf das private Surfverhalten des Nutzers an. Wer trotz anonymisierter IP auf Seiten wie facebook unterwegs ist, Online Banking macht, oder sein gmail Account checkt, … dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Zusätzlich zum nicht funktionierenden Tor Netzwerk bietet der eBlocker die Möglichkeit an, einen VPN zu nutzen. Beim Anbieter habt ihr freie Wahl, dafür gibt es einen kleinen Pluspunkt.

Tarnung

Die Tarnung funktioniert ähnlich wie bei jedem halbwegs modernen Browser, ihr gaukelt dem Zielserver also vor, dass ihr mit einem ganz anderen Gerät, bzw. Browser online seid.

Problemlösung

Die Box sollte ja eigentlich nach dem Plug’n’Play Prinzip einfach in den Router gesteckt werden und alles von alleine erledigen.

Wenn es jetzt aber zu Problemen wie bei mir kommt, empfiehlt der Hersteller eine manuelle Konfiguration. So soll der eBlocker z.B. als DHCP Server im Netzwerk fungieren. Hierfür wäre es nötig alle Netzwerkgeräte einmal manuell vom Netzwerk ab- und wieder anzumelden. Wer mehr als nur 3 Devices daheim hat wird sich sicherlich bedanken. Ganz davon abgesehen scheuen so schon viele Menschen den Eingriff in den Router Settings. Wieder eher weniger anfängerfreundlich.

 

Verfügbarkeit

Der eBlocker sollte mittlerweile auf Lager sein und kann entweder direkt im Onlineshop des Herstellers, oder bei amazon bestellt werden. Ihr habt die Wahl zwischen der Pro Version, oder der Family Verions, die sich nur im Umfang der Nutzerkonten unterscheiden. Beide Versionen kommen standardmäßig inkl. 1 Jahr Updates daher, es besetht aber auch die Möglichkeit lebenslange Updates zu kaufen. Von Letzterem würde ich aber eher abraten – man weiß ja nie, wie lange solche Unternehmen noch am Markt bleiben – siehe Protonet.

Fazit

Mein Fazit fällt hierbei leider nicht so gut aus. Für knapp 250€ bekommt man zwar eine nette kleine Box, die einem viel Arbeit im Kampf gegen die Datensammler abnimmt, die aber leider nicht wirklich zu 100% funktioniert und deren Konfiguration auch nicht wirklich so nutzer-/anfängerfreundlich ist, wie von dem Unternehmen angegeben.

Gleiches lässt sich auch mit Hilfe eines Raspberry Pis realisieren, z.B. mit pi-hole. Hierbei werden die Werbe und Tacking Cookies auch mit Hilfe eines DNS Servers „herausgefiltert“. Wirklich viel Fachwissen ist hierfür auch nicht von Nöten.

Wenn man jetzt bedenkt, dass so ein Raspberry Pi inkl. Zubehör ca. 60€ kostet und man sich ebenso ein wenig in die Materie reinfuchsen muss, … dann frage ich mich, warum sollte man ca. 250€ für den eBlocker ausgeben?

Zum Antesten kann man das eBlockerOS auch direkt von der Seite des Herstellers downloaden und 30 Tage kostenlos testen. Würde ich auf jedem Fall jedem empfehlen.

 

Überblick der Rezensionen
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Zubehör
Usability
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veit
Ich heiße Veit, bin 28 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaft und Chinesisch an der FU Berlin. Neben meinem Studium arbeite ich als Freelancer im Bereich Online Marketing/SEO, bzw. als Werkstudent im Marketing/Management.

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