Stehtisch Aufsatz selber bauen

Ich verbringe, wohl wie die meisten von euch, täglich mehrer Stunden vor dem Rechner, egal ob für die Uni, auf der Arbeit oder eben in meiner Freizeit. Meistens eben in sitzender Form. Mit meinen 28 Jahren gehöre ich zwar noch nicht so wirklich zum alten Eisen, aber auch bei mir macht sich mittlerweile nach einiger Zeit der Rücken bemerkbar. Zu langes Sitzen ist eben eher suboptimal. Abhilfe schaff hier entweder Dehnungsübungen oder ein Stehtisch.

stehtisch-richtigStehtische sind sicher eine coole Sache aber auch nicht gerade günstig. Mittlerweile gibt es sogar einige Modelle die vollautomatisch höhenverstellbar sind. Selbst Ikea hat für knapp 500€ ein solches Modell im Angebot. Verglichen mit der Konkurrenz und den 25 Jahren Garantie die Ikea auf ihren BEKANT Stehtschreibtisch gibt sicherlich ein gutes Angebot, … nur leider derzeit wohl ein wenig außerhalb meiner Preisklasse.

Günstiger hingegen sind Aufsätze, die man auf seinen eigenen Schreibtisch stellen kann, um beispielsweise seinen Monitor oder die Tastatur zu erhöhen. Aber ganz Ehrlich, 100€ oder mehr wollte ich jetzt auch nicht für so ein Gestell bezahlen.

Ich hab mir dann mal ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht, wie ich wohl am günstigsten meinen Tisch erhöht bekomme und dass das Ganze gleich zu billig wirkt. Pappkartons oder dergleichen wollte ich mir dann doch nicht auf den Tisch stellen. Ziemlich schnell kam mir dann die Idee einen zweiten etwas kleineren Tisch auf meinen vorhandenen Schreibtisch zu stellen. Ich mein, wer kennt ihn nicht, diesen typischen quadratischen kleinen Ikea Tisch. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, jeder besitzt so einen Tisch, oder kennt zumindest jemanden, der so einen Tisch sein Eigen nennt -haha.

Die Idee einen zweiten Tisch auf einen anderen Tisch zu stellen ist aber nicht wirklich neu. Einige clevere Köpfe haben da im Laufe der Zeit ziemlich coole Ideen zu entwickelt. So dauert es keine 5min und man findet bei google eine Vielzahl von DIY Stehtisch-Aufsätzen. Besonders gut gefallen hat mir hierbei der Standesk 2200, welchen ich auch als Grundlage für meinen Stehtisch verwende.

Die Grundidee ist eigentlich ziemlich simpel. Das Grundgerüst bietet ein kleiner Tisch, den man auf seinen Schreibtisch stellen kann. Hier drauf kann man jetzt seinen Monitor, sein Notebook, oder auch beides abstellen. Da das Ganze aber wohl für die meisten Menschen etwas zu hoch wäre, um in dieser Höhe bequem die Tastatur und die Maus zu bedienen, wird noch ein zweites Brett vor dem Tisch angebracht. Hierzu lassen sich die Ikea Wandregale ohne Probleme verwenden. Designtechnisch hat man hier sogar eine relativ gute Auswahl, wobei ich mich auf Grund des Gewichtes für die Variante aus Holz entschieden habe.

Das wars eigentlich schon. Mehr wird nicht benötigt. Ein Tisch, zwei Regalstützen und ein Regalbrett.

Ich habe das Ganze noch ein wenig modifiziert, da ich den Stehtisch zwar gerne so klein wie möglich halte wollte, aber dennoch ein wenig mehr Platz zum Ablegen meiner Handgelenke wollte, bzw. die Möglichkeit auch ein Grafiktablet auf der Ablage zu benutzen. Außerdem habe ich die Ablage minimal angewinkelt, so dass sie leicht schräg ist – das ist aber wohl Geschmackssache. Auch habe ich darauf verzichtet ein vorgefertigten Regalboden von Ikea zu kaufen und stattdessen aus der Fundgrube ein Regalboden gekauft und diesen auf die für mich optimal Größe zurecht geschnitten. Den Verschnitt habe ich als kleine Erhöhung direkt mit verbaut. Dies bietet einen kleinen, aber entschiedenen Vorteil. Die meisten Keyboards stehen in der Regel auf zwei kleinen Standfüßen, wenn man das Keyboard jetzt aber ein paar cm über den Rand der Ablage schiebt, hat der Standfuß keinen Kontakt mehr und die Tastatur wackelt. Dank der Erhöhung zum Ende hin lässt sich die Tastatur auch bequem aufstellen und steht auch noch bombenfest, wenn man sie mal ein paar cm über den Rand schiebt. Alternativ könnte man auch ein längeres Brett verwenden.

Materialien:

Nach einigem Ausprobieren habe ich das Brett für die Tastatur Ablage auf eine Länge von 31cm x 60cm geschnitten. Die hintere Leiste hat also die Maßen 9cm x 60cm, wobei sie nicht fest verschraubt ist, sondern bei Bedarf abgenommen werden kann, wenn ich z.B. mehr Platz für ein Grafiktablet benötige.

Theoretisch kann man sich die Arbeit mit der Stichsäge auch sparen, in dem man einfach einen passenden Regalboden bei Ikea kauft. Da mir die meisten Regalböden aber weder optisch zugesagt haben, noch meinen Maßen entsprachen, erschien mir das der beste Weg zu sein.

Evtl. kann man sich das Schrauben ebenfalls sparen und stattdessen Kabelbinder benutzen um die Regalstützen ans Tischbein zu befestigen – laut einigen Bastlern im Internet wäre der Stehtisch somit sogar ein wenig höhenverstellbar. Auch habe ich Varianten gesehen mit einem Anti-Rutsch-Klebeband, womit quasi das Regalbrett an Ort und Stelle gehalten werden soll, … nach kurzen Tests erschien mir das aber dann doch weniger sicher – evtl. praktisch für kleine Bretter, wenn man z.B. nur eine kleine Mac Tastatur benutzen möchte.

So, genug zur grauen Theorie. Hier ist der fertige Stehtisch-Aufsatz:

Praktisch ist auf jeden Fall auch noch, dass man die Regalstützen quasi als Kopfhörerhalterung verwenden kann. Ich hab mich für eine Schwarz-Rote-Kombination entschieden, einfach weil Schwarz auf dauer angenehmer für die Augen ist, als weiß – werde wohl in Zukunft auch keinen weißen Schreibtisch mehr kaufen. Naja und Rot fand ich irgendwie einen ziemlich passenden Akzent dazu.

Alles in Allem hat mich der Stehtisch Aufsatz also knapp 14€ gekostet. Perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich mal sagen, oder? Wenn ihr eine bessere oder günstigere Idee auf Lager habt, nur her damit, ich bin für Alles offen!

Abschließend sei noch gesagt. Nur stehen ist für den Rücken und die Gelenke ähnlich schädlich, wie nur Sitzen. Die Mischung machts!

2 Kommentare

  1. Coole Idee, ich werde es ausprobieren oben es von der Höhe her bei mir passt. Gute günstige Alternative. Wie sind deine Langzeiterfahrungen? Grüße

    • Kann mich nicht beklagen, auch nach der ganzen Zeit, wobei ich sagen muss, die Mischung machts, wenn ich non-stop stehe geht das irgendwann auf die Beine/Knie, also solltest du schon noch parallel die Möglichkeit haben, dich mal hinzusetzen. Wenn ich den kompletten Tisch benötige dann stell ich den Stehtischaufsatz einfach unter den Tisch, passt wunderbar.

      Wobei ich wollte evtl mal eine etwas mobilere Lösung ausprobieren, mit Gelenken, aber mir fehlt die Zeit.

      Viel Spaß beim Bauen 🙂

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