Wer sich im Internet auf die Suche nach einem NAS, einem Network Attached Storage, oder auch einem einem Netzerkspeicher begibt, der wird zwangsläufig über Synology stolpern. So geht es mir zumindest immer wieder. Andere bekannte Namen wären hier QNAP und Asusttor, einem Tochterunternehmen von Asus. Das Webinterface von Letzterem erinnert aber meiner Meinung nach zu sehr an das von Synology.

Blick in die Vergangenheit

Ich hatte mir die QNAP Geräte in der Vergangenheit immer mal wieder angeguckt, aber auch sie kommen für mich nicht an die NAS System von Synology ran. Synology ist hier eben Klassiker und Platzhirsch zugleich. Wer einmal ein NAS von den Taiwanesen in Betrieb hatte, der will eh nichts anderes mehr.

Ich weiß nicht mehr genau, welches mein erstes Modell war, ich glaube es war die DS-107, mit 266Mhz und 64MB RAM. Ich bin mir gerade gar nicht mehr sicher, ob das Webinterface damals schon den Namen DiskStation Manager trug – aber wenn ich mich recht entsinne war es auch 2007 schon dem GUI von QNAP überlegen – ich konnte mich zu der Zeit nämlich nicht entscheiden und hatte kurzer Hand beide Geräte gekauft. Letzteres ging dann Retour.

DiskStation – kurzer Guide

Vorweg noch eine kurze Erklärung zu den Modellbezeichnungen, auch hier ist sich Synology über die Jahre hinweg treu geblieben.

Mit dem Buchstaben J – für junior – kennzeichnet Synology die etwas schwächere, für den Heimgebrauch aber mehr als ausreichende, Hardware, die etwas leistungsfähigeren Geräte kommen dementsprechend ohne J daher, ein + kennzeichnet die Modelle mit noch mehr RAM und einer höheren Taktrate. Durch den Zusatz play werden ebenfalls besonders leistungsfähige Geräte gekennzeichnet, deren CPU speziell für das Verarbeiten von Multimedia Inhalten on-the-fly, also während dem Abspielen geeignet ist. Was genau man benötigt, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Meiner Erfahrung nach reicht die J Serie für den Einsatz als NAS in einem normalen 2-4 Personenhaushalt mehr als aus.

Die 2 steht hier für die Anzahl Festplatten die ihr verbauen könnt. Drei Mal dürft ihr raten, wofür die 1 oder die 4 stehen? Spaß bei Seite, auch wenn ich damals ein 1-Bay NAS mein Eigen nennen durfte, so sollten es doch mittlerweile mindesten ein 2-Bay System sein, also 2 Festplatten aufnehmen. Somit kommen wir zumindest in den Genuss von Raid 1, können unsere Daten also zur Sicherheit auf einer zweiten Platte sicher – es sei denn ihr verwenden JBOD – just a bunch of disks, hierbei wird der gesamte Speicherplatz einfach zu einer großen Netzwerkfestplatte addiert. Früher fand ich das noch ganz cool, .. bis dann mal eine Platte abgeschmiert ist und die Daten auf der anderen gleichzeitig auch nicht mehr lesbar waren, da sie zu unterschiedlichen Teilen auf die einzelnen Platten geschrieben werden. JBOD macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man Wert auf schnelle Zugriffszeiten legt – denn durch das Splitten den Daten werden die Lese- und Schreibzugriffe der HDDs simultan ausgeführt. Dann sollte man aber eine zweite DiskStation als Backup der ersten verwenden – haha.

Natürlich gibt es neben den 2-Bay Systemen auch NAS Systeme mit 4 oder mehr Steckplätzen, sowohl für den privaten, als auch für den geschäftlichen Bereich.

Neben der eigentlichen DiskStation hat Synology auch noch ganze Racks im Angebot, also Einschübe, die ihr in einem 19″ Serverschrank unterbringen könnt. Wenn ihr jetzt nicht gerade ein Großraumbüro mit einem Serverschrank,  oder eine extrem moderne Hightech-Männerhöhle euer Eigen nennt, … dann sind die RS, die RackStations für eich relativ uninteressant.

DS216j

Heute geht es aber um die DS216j, also die aktuelle Serie. Wie wir dem Namen also entnehmen können handelt es sich um ein 2-Bay System für den privaten Einsatz in den eigenen 4 Wänden. Ich hatte vor knapp einem Jahr schon den Vorgänger hier auf geekmonkey im Test, die DS215j.

Wirklich viel verändert hat sich seitdem zwar nicht, aber dennoch möchte ich euch hier an dieser Stelle die DS216j vorstellen.

Statt eines Marvell Armada 375 wird nun ein 380 verbaut, der mit 1Ghz nun eine 200Mhz höhere Taktfrequenz hat. Dies ermöglicht, zumindest auf dem Papier, schnellere Lese und Schreibzugriffe, da die Daten einen Ticken schneller verarbeitet werden können.

Der Arbeitsspeicher ist mit 512MB DDR3 RAM identisch geblieben – wirklich viel mehr benötigt man aber in der Regel eh nicht. Auch werden mittlerweile SATA-III Festplatten unterstützt. Das ist sicherlich ganz schön, wenn man das Geld hat und SSDs in seinem NAS verwenden möchte, was aus mehrer Gründen eher keinen Sinn macht. Aber aktuelle magnetische Festplatten reizen selbst den SATA-II Standard noch nicht mal ansatzweise aus. Aber auf jeden Fall nice to have – zumindest Zukunftssicher!

Statt eines USB 2.0 und eines USB 3.0 Anschlusses hat die DS216j nun endlich auch zwei vollwertige USB 3.0 Anschlüsse. Bevor sich hier wer fragt, wofür man überhaupt USB Anschlüsse an einem NAS benötigt, kopiert man beim Ersteinrichten des Geräts mehrer hundert Gigabyte an Daten auf das NAS – übers Netzwerk macht das nun wirklich keinen Spaß, selbst bei Gigabit LAN.

Ansonsten scheinen mir die DiskStations, bis auf kleine Verbesserungen, so ziemlich identisch zu sein. Wie heißt es so schön, man muss das Rad nicht neu erfinden.

Die eigentliche Hardware scheint mir, nicht nur bei Synology, eh immer mehr in den Hintergrund zu rutschen. Aber sind wir mal ehrlich, außer die Systeme stromsparender und effizienter zu gestalten, reichen die aktuellen Specs mehr als aus. Denn wenn Synology anfängt in kleinen NAS Systemen für den Einsatz in den eigenen 4 Wänden Server Hardware mit 16 CPU Kernen oder 64GB RAM zu verbauen, dann kann man gleich einen Rechner in die Ecke stellen und den 24/7 laufen lassen – dann war es das aber mit flüster leisen, energiesparenden Geräten, die nicht viel größer als die verbauten Festplatten sind.

In meinen Augen ist die Software bzw. das Webinterface von Synology eh eins ihrer Alleinstellungsmerkmale. Denn da kommt so schnell kein anderer Hersteller/Entwickler dran. Im Gegensatz zu Apple werden hier auch noch ältere Modelle mit den neusten Versionen versorgt!

Genau aus diesem Grund wird das Review dieses Mal auch ein bisschen Softwarelastig – die kam nämlich bei näherer Betrachtung des letzten Reviews ein bisschen zu kurz.

DSM 6.0 – DiskStation Manager

Wie schon erwähnt gehört der DiskStation Manager für mich zum non-plus-ultra, wenn es um die Bedienung geht. Gut zugegeben, ich bin da jetzt vielleicht nicht der klassische Anwender, da ich sowohl im Heimnetzwerk, als auch in unterschiedlichen Rechenzentren vollwertige Server laufen habe und mich über die Jahre hinweg an die Bedienung per Konsole gewöhnt habe, aber dennoch, auch ich habe die Einfachheit und den Komfort des DSM lieben gelernt!

Sowohl Profis, als auch absolute Neulinge finden sich in dem buten Webinterface ohne Probleme ziemlich schnell zurück. Die Oberfläche ähnelt eher dem eines Windows oder Mac Systems, als dem eines Servers. Auf einem virtuellen Desktop, der sich bequem über den Webbrowser öffnen lässt, findet man eigentlich alle Einstellungsmöglichkeiten und hat zusätzlich noch die Möglichkeit weitere Software zu installieren, sei es nun direkt von Synology, oder von Drittanbietern. Um so praktischer ist es natürlich auch, dass sich dei DiskStation so konfigurieren lässt, dass ihr auch von Außerhalb, quasi über das Internet von unterwegs auf eure Daten und euer Heimnetzwerk zugreifen könnt. Für Anwender, die Begriffe wie Portforwarding zum ersten Mal hören, bietet der DiskStation Manager sogar die Möglichkeit die Konfiguration auf den meisten Routern automatisch durchzuführen.

Aber schauen wir uns das System einmal ganz in Ruhe an!

Wie ihr seht, die erste Konfiguration ist ein Kinderspiel.

Cloud

Was wäre die Diskstation nur ohne Cloud. Hier lässt sich Synology definitiv nicht lumpen und hat eigentlich für jeden Anwender was passendes im Angebot. Egal ob Heavy User, oder Privatanwender – hier kommt wohl jeder auf seine Kosten!

Cloud Sync

Cloud Sync ist für mich eines der Highlights überhaupt. Klar zur Datensicherheit richten wir uns auf unserem NAS System ja ein Raid System ein, wenn da mal eine HDD den Geist aufgibt, liegen die Daten eben noch auf der anderen Platte. Um dem Totalverlust unserer geliebten Daten aber vorzubeugen, empfiehlt es sich auch von unserem NAS regelmäßig Sicherheitskopien zu erstellen. Klar, jetzt werden sich sicher einer Fragen, wofür sollte ich von einem Backup Laufwerk noch mal extra ein Backup erstellen, … das denkt man so lange, bis auf einmal alle Fotos futsch sind.

Hier kommt Cloud Sync ins Spiel. Mit Hilfe dieser praktischen App könnt ihr nämlich eure wichtigen Daten mit allen gängigen Clouds synchronisieren. Zu den verfügbaren Anbietern zählen neben Google Drive, Dropbox, Microsofts OneDrive und Amazons Cloud Drive aber auch Google Cloud Storage oder Amazons AWS, bzw. OpenStack Swift und Blackblaze B2. Wie ihr sehen könnt eine riesige Auswahl. Ja, selbst Baidu und Yandex Cloud werden unterstützt – quasi die chinesischen, bzw. russischen Pendants zur Google Cloud.

Ich z.B. synchronisiere meine komplette Foto Sammlung, sowohl im JPEG als auch im RAW Format zusätzlich mit dem Amazon Cloud Drive. Der Vorteil für mich, als Student zahle ich im Jahr gerade einmal 25€, wobei der reguläre Preis von 50€ pro Jahr auch ein Witz ist, verglichen mit dem was man dafür geboten bekommt. In der Amazon Cloud könnt ihr all eure Fotos kostenlos speicher, inkl. aller gängigen RAW Formate. Da kommen mal schnell mehrer hundert GB zusammen.

Mit Hilfe der Cloud Sync App könnt ihr ohne Probleme all eure Fotos zusätzlich in der Amazon Cloud speichern. So lassen sich auch viel einfacher ganze Fotoalben teilen, wenn eure DiskStation mal offline ist, oder eure Bandbreite daheim nicht gerade zum Teilen von mehrer GB ausreicht.

Was ich ganz praktisch finde, ihr könnt hierbei selbst entscheiden, in welche Richtung synchronisiert wird, also ob ihr die Files auch in der Amazon Cloud löschen wollt, wenn ihr sie auf der DiskStation löscht. Aus Sicherheitsgründen habe ich hier nur den Upload von der DiskStation aktiviert, d.h. selbst beim Löschen von der DiskStation sind die Files noch bei Amazon vorhanden.

ABER Vorsicht, die Daten die ihr normal in der Amazon Cloud speichert sind unverschlüsselt. Wer also speziell sensible Daten hat, müsste die eben verschlüsseln, dann aber auf den kostenlosen Platz verzichten, oder direkt die Hyper Backup App nutzen.

Wichtige Dokumente für die Uni oder die Arbeit lassen sich so auch bequem per Dropbox oder OneDrive sichern. In letztem Fall hat man als Office 365 Abonnent sogar 1TB Speicherplatz zur Verfügung – früher war es mal, ähnlich wie bei Amazon, unlimitiert, … aber nachdem irgendwelche Schlitzohren den Service als OneClick-Hoster für illegale Kopien missbraucht haben, wurde er Speicherplatz auf 1TB limitiert.

Wie ihr sehen könnt eignet sich die Cloud Sync Funktion hervorragend zum zusätzlichen schützen eurer Daten, oder eben um den Zugriff zu erleichtern. Denn gerade ich sehe die DiskStation als zusätzliche Backupfunktion meiner Daten an und nicht als Cloud Ersatz. Private Clouds in allen Ehren, aber solange ich keine redundante Gigabit Infrastruktur und mehrer Server daheim im Einsatz habe, kann eine private Cloud einfach nicht mit den Rechenzentren von Amazon und Google mithalten. Das wussten ja schon Dropbox und Co, die ja z.B. nur Untermieter bei Amazon sind.

Klar man könnte auch einfach eine USB Festplatte anschließen und von Hand sicher, aber wer macht das schon? Ebenso könnte man die Daten automatisch mit einer zweiten DiskStation synchronisieren, allein aus Kostengründen macht das aber wohl eher bei Unternehmen einen Sinn, die wirklich auf die Daten angewiesen sind.

Hyper Backup

Wenn ihr die Hyper Backup App verwendet speichert die DiskStation eure Fotos nicht im Originalformat in der Amazon Cloud, sondern in eigen Datenbanken bzw, Containern. Der Vorteil des kostenlosen Speichern entfällt damit, aber hey, immerhin besteht so die Möglichkeit seine Daten zusätzlich zu verschlüsseln – was beim Serverstandort USA vielleicht gar nicht so verkehrt ist.

Wollt ihr eure Daten aber dennoch über diesen Weg in der Amazon Cloud speichern, könnt ihr das natürlich trotzdem tun – da werden dann jährlich 70€ fällig. Der Vorteil aber hier, der unlimitierte Speicherplatz zählt für Alle Daten, nicht nur Fotos. Theoretisch könnt ihr so auch eine 20TB DiskStation für gerade einmal 70€/Jahr bei Amazon sichern – hier empfehle ich aber die Verschlüsselung!

Natürlich funktioniert das Hyper Backup auch mit allen anderen gängigen Anbieter, wie ich sie schon zum größten Teil bei der Cloud Sync App aufgezählt habe.

Cloud Station

Wie anfänglich schon erwähnt ersetzt ein NAS in meinen Augen keine vollwertige Cloud ala Dropbox oder Google Drive, bietet aber dennoch ein Stück Sicherheit und zusätzlichen Komfort.

Mit Hilfe der Cloud Station könnt ihr eure DiskStation aber als eigene private Cloud betreiben. Hierbei werden eure Files über alle gängigen Geräte hinweg synchronisiert und up-to-date gehalten – Erreichbarkeit der DiskStation natürlich mal vorausgesetzt, weswegen ich an dieser Stelle auch nicht weiter drauf eingehen möchte, da mir keiner erzählen kann, dass seine DiskStation daheim eine Uptime von 99% erreicht – und selbst wenn, dann gibt es mal Probleme mit dem ISP oder dem Stromnetz, oder womit auch immer, … Gut, für private Files, die nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar sein müssen bietet die Cloud Station eine attraktive Alternative zu den großen kommerziellen Cloud Anbietern.

Unterteilt wird das Angebot hier noch mal in einen Client und in einen Server. Somit könnt ihr auch ohne Probleme mehrer DiskStations untereinander synchronisieren, ähnlich wie mit dem Hyper Backup. Womit wir aber wieder beim Kostenfaktor wären – wie gesagt, da zahle ich lieber 70€/Jahr und speichere die Daten direkt bei Amazon – von mir aus auch voll verschlüsselt.

Kurzer Überblick

Wie versprochen hier noch ein kurzer Überblick über den DiskStation Manager bzw. die von mir verwendeten Apps. Wer das Ganze mal selbst ausprobieren möchte, kann das ohne große Umwege direkt bei Synology. Hier geht es zu Demo!

Fernzugriff von Außen

Dateifreigabe in den eigenen vier Wänden ist sicherlich ganz praktisch, so lassen sich, wie bereits beschrieben, sowohl unter Windows und Mac, als auch Linux die einzelnen Netzwerkordner direkt einbinden und ihr könnt auf die Daten zugreifen, als wären sie auf der internen HDD abgespeichert.

Wenn ihr ähnlich komfortabel aber auch von unterwegs auf eure Daten zugreifen wollt, habt ihr theoretisch zwei Möglichkeiten, von denen ich nur auf eine wirklich eingehen will.

Da die DiskStation von Haus aus so ziemlich jeden DynDNS Anbieter unterstützt und sogar selbst einen derartigen Service komplett kostenlos anbietet, ist zumindest schon mal die Erreichbarkeit selbst bei dynamischer IP gesichert.

Portforwarding

Die wohl einfachste Möglichkeit ist das Portforwarding, also die Port-Weiterleitung. Dabei müsst ihr die entsprechenden Ports in eurem Router freigeben und an die DiskStation weiterleiten. Wollt ihr z.B. das das Webinterface eurer DiskStation auch von Außerhalb erreichbar ist, müsst ihr den entsprechenden Port 5000, bzw. für eine verschlüsselte Verbindung den Port 5001 weiterleiten.

Mit den Ports für die jeweiligen Freigaben verhält es sich ähnlich. Entweder könnt ihr in der DiskStation nachgucken, welchen Port ihr benötigt – das interne Tool zum Konfigurieren des Routers funktioniert nämlich zumindest bei mir nicht – oder aber ihr guckt in Synologys hauseigenes Wiki.

VPN

Wie die meisten Router – zumindest die halbwegs brauchbaren – bietet auch die DiskStation euch die Möglichkeit an in wenigen Schritten einen VPN aufzusetzten, also ein virtuelles, privates Netzwerk. Anders ausgedrückt, ihr könnt euch mit eurer DiskStation verbinden und dann über die DiskStation euer Heimnetzwerk benutzen, selbst wenn ihr am anderen Ende der Welt sitzt. Das hat zum einen den Vorteil, dass ihr weiterhin Dienste über eure deutsche IP benutzen könnt, die anders wo evtl. gesperrt sind, wie z.B. facebook in China. Zu beachten gilt hier allerdings, dass ihr außer Hauses dann nur so schnell online unterwegs seid, wie euer Upload Daheim hergibt. In meinem Fall habe ich in der Uni z.B, einen Downstream von knapp 100mbit im WLAN mit meinem Notebook. Verbinde ich mich nun aber mit meinem VPN Daheim, so sinkt der Downstream auf 10mbit – was eben meinem Upload daheim entspricht. Wie ihr also seht ist es nicht Ratsam alle Daten über den VPN Tunnel laufen zu lassen.

Kommen wir nun aber zum eigentlich wichtigen Punkt. Wenn ihr euch mit dem VPN eurer DiskStation verbindet, dann könnt ihr auch wie gewohnt auf eure Netzwerkfreigaben zugreifen, ohne dass dafür irgendwelche Ports geöffnet werden müssen. Ihr müsst lediglich darauf achten, eure Netzwerklaufwerke nicht mit dem Hostnamen also z.B. DiskStation einzubinden, sondern lediglich mit der internen IP also 192.168.1.100 oder was auch immer die IP eurer DiskStation im Netzwerk ist.

Ich persönlich würde jedem die Nutzung des VPN statt der Portfreigabe für alle möglichen Dienste empfehlen, das Konfigurieren nimmt zwar ein bisschen mehr Zeit in Anspruch, dafür sieht die Firewall eures Routers danach nicht aus wie ein Schweizer Käse. Man darf eben auch nicht vergessen, dass mit jedem geöffneten Port die Angreifbarkeit eures Netzwerks steigt.

Zur Auswahl habt ihr bei der DiskStation 3 VPN Protokolle.

PPTP – könnt ihr gleich vergessen, da zu unsicher und zu anfällig

L2TP/IPSec – stabiler und sicheres Protokoll, wird von den meisten Smartphones und Computern unterstützt

OpenVPN – ganz klar mein persönlicher Favorit, ein bisschen umständlicher in der Konfiguration, da ihr auf so ziemlich allen Geräten einen zusätzlichen Client installieren müsst und die Zertifikate editieren und selbst importieren müsst, dafür aber die sicherste, schnellste und stabilste Verbindung!

Apps

Die DiskStation bzw. der DiskStation Manager kommt mit einer ganzen Menge Apps daher. Je nach Konfiguration sind einige davon vorinstalliert. Hier ist eigentlich für jeden was dabei. Installieren lassen sich die einzelnen Apps ganz bequem per Paketzentrum, welches ein wenig an die Paketmanager unter Linux erinnert.

Neben den hauseigenen Apps findet man dort auch eine große Anzahl an Drittanbieter Apps. So könnt ihr beispielsweise WordPress oder Magento mit einem Klick installieren.

Ein Überblick über sämtliche Apps würde an dieser Stelle wohl den Rahmen sprengen, weswegen ich hier nur auf die Info Seite von Synology verweisen möchte. Dort findet ihr eigentlich alle verfügbaren Apps inkl. kurzer Beschreibung.

Mobile Apps

Neben einer Vielzahl von Drittanbieter Apps bietet Synology selbst eine Hand voll Apps, sowohl für Android, als auch iOS Nutzer in den jeweiligen Shops kostenlos zum Download an. Einige hiervon sind wirklich verdammt praktisch, weswegen ich es an dieser Stelle nicht versäumen will, sie euch vorzustellen.

DS note

Fangen wir direkt mit dem Sahnestück an, DS note. Ich persönlich nutze eigentlich seit Jahren Evernote in der Premium Variante. Die Meisten von euch werden das Programm wahrscheinlich kennen, weswegen ich hier nicht unbedingt alle Vorzüge eingehen will. Nur vielleicht als kurzer Überblick. Mit Evernote könnt ihr all eure Notizen die ihr erstellt hab, egal ob in der Uni, der Arbeit, unterwegs, im Urlaub oder wo auch immer zentral an einem Ort speichern und jederzeit von all euren Geräten darauf zugreifen. Hierbei könnt ihr neben normalen Notizen auch ganze Websites abspeichern oder einzelne Ausschnitte und Bilder von eurem Smartphone.

Die Daten werden hierbei in der Cloud, direkt bei Evernote gespeichert. Da es sich hierbei um kein deutsches Unternehmen handelt, wundert es sicherlich niemanden, dass all diese Infos nicht unbedingt auf Server in DE liegen, … und somit auch nicht wirklich dem deutschen Datenschutz unterliegen.

Für triviale Dinge sicherlich kein Problem, wer aber auch gerne mal sensible Daten in seinen Notizen vermerken möchte, der überlegt sich das zweimal.

DS note übernimmt quasi die gleichen Aufgaben wie Evernote, nur mit dem entschiedenen Unterschied, dass die Daten nicht auf irgend einem Server außerhalb euer Reichweiter gespeichert werden, sondern auf eurem NAS. Ähnlich bequem wie bei Evernote könnt ihr auch von Unterwegs jederzeit via Internet auf eure Notizen zugreifen. Natürlich nur, wenn die DiskStation auch angeschaltet und mit dem Internet verbunden ist.

Wer wirklich auf seine Notizen angewiesen ist und eine Verfügbarkeit von 99% benötigt, dem empfehle ich aber weiterhin seine Daten Evernote anzuvertrauen  – zumindest diese Notizen, denn dank der Server Infrastruktur, der hohen Erreichbarkeit, sowie redundanten Backups lohnen sich die 50€/Jahr in meinen Augen.

DS file

Mit Hilfe der DS file App könnt ihr bequem im Heimnetzwerk, oder auch von unterwegs auf eure Daten zugreifen. Das Ganze erinnert ein bisschen an die Apps von Dropbox und Co. gespeichert wird nichts direkt auf eurem mobilen Device, ihr könnt aber bei Bedarf die jeweilige Datei lokal speichern. Alternativ zur DS file App kann man auch die DS audio, DS video oder eben DS photo benutzen, um die jeweiligen Files zu öffnen, bzw. wiederzugeben.

DS finder

Die App dürfte für die meisten wohl eher uninteressant sein, ich persönlich finde sie aber ganz praktisch, da ich mit Hilfe der App die DiskStation quasi per Fernzugriff administrieren kann. Je nach Konfiguration lässt sich die DiskStation damit sogar hochfahren.

Weitere Apps

Wer daheim eine Überwachungskamera angeschlossen hat, beispielsweise um den Eingangsbereich zu überwachen, oder von unterwegs aus wissen möchte, wie es den Haustieren so geht, für den könnte die DS cam App evtl. interessant sein. Hiermit habt ihr von überall Zugriff auf eure, mit der DiskStation verbundenen, IP Kameras.

Mit Hilfe der DS cloud könnt ihr bestimmte Ordner eures Smartphones oder Tablets automatisch mit der DiskStation synchronisieren, das Ganze funktioniert dann ähnlich wie die Dropbox auf dem Computer/Mac.

Coole Features

Generell kommt die DS216j mit einer Vielzahl an coolen Features daher, da es aber eindeutig zu lange dauern würde, jeden einzelnen Punkt der DiskStation bzw. des DSM 6.0 durchzugehen – ich mein die komplette Präsentation, in der Synology selbst ihr neues OS vorgestellt hat, hat einen ganzen Tag gedauert, also wie sollte ich das in einem Blog Artikel bzw. Review unterbringen? Genau aus diesem Grund gibt hier noch kurz diesen Abschnitt!

ds216j_nightJe nachdem, wo ihr die DiskStation aufstellen wollt, könnten euch evtl. die großzügig verarbeiteten LEDs der DiskStation stören. Da meine DiskStation zusammen mit dem Router, Server, Patchpanel und anderen Netzwerkkomponenten weit außerhalb der Räumlichkeiten steht, ist es mir relativ egal wie hell die Box leuchtet – aber wenn sie jetzt im Wohnzimmer oder Schlafzimmer stehen soll, dann könnte es mitunter Sinn machen, die Intensität der LEDs zu verändern. Netterweise lässt sich das zeit gesteuert und voll automatisch regeln, wenn ihr also ab 2 Uhr in der Früh keine Lust mehr auf grelle Beleuchtung habt, dimmt die DiskStation eben das Licht.

Neben dem Licht könnt ihr natürlich auch die Geschwindigkeit des Lüfters anpassen – ihr könnt also zwischen kühl und deutlich hörbar, oder eben leise und warm wählen. Die Entscheidung liegt bei euch!

Kritk

Bei so einem relativ ausführlichen und umfangreichen Review sollte auch Platz sein, für ein wenig Kritik. Wirklich etwas auszusetzen an der DiskStation habe ich aber nicht. In meinen Augen das Perfekte NAS für den Heimgebrauch und zu 100% für Anfänger geeignet – auch dank der hervorragenden Dokumentation von Synology selbst.

Das Einzige, was mir während meinem Test aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich Pfadangaben nicht einfach im DiskStation Manager editieren lassen, man muss also zwangsläufig mit den Vorgaben von Synology leben, oder selbst Hand anlegen und mit Symlinks arbeiten, oder Ordner eigenständig in anderen Ordnern mounten und nachträglich indexieren – da derartige Eingriffe aber weder nötig, noch wirklich ohne Linux Kenntnisse realisierbar sind, stellen sie in meinen Augen keinen wirklichen Kritikpunkt dar, zumal man bei einigen größeren und leistungsstärkeren Versionen durchaus die Möglichkeit hat, mehr Anpassungen selbst vorzunehmen.

Fazit

In meinen Augen bietet Synology mit der DS216j das gelungenste NAS für den Heimgebrauch.

Die Kombination aus platz- und stromsparenden, aber dennoch leistungsstarken Hardware und der wohl ausgereiftesten Software ergibt einfach das perfekte NAS. Der DiskStation Manger lässt sich sowohl vom Profi, als auch vom Neuling intuitiv und ohne Probleme bedienen, bietet aber bei vorhandenem Interesse und Bedarf ein enormes Potential um auch komplexere Aufgaben zu bewerkstelligen.

Erhältlich ist die DiskStation z.B. bei amazon, entweder als Leergehäuse ohne Festplatten, für derzeit 165€, oder inklusive HDDs ab 338€. Im Vergleich zu einem mini ITX Server den ihr nicht nur selbst zusammen bauen, sondern selbst konfigurieren und administrieren müsst, in meinen Augen ein mehr als fairer Preis.

 

Überblick der Rezensionen
Design
Funktionalität
Performance
Usability
Preis/Leistung
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veit
Ich heiße Veit, bin 28 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaft und Chinesisch an der FU Berlin. Neben meinem Studium arbeite ich als Freelancer im Bereich Online Marketing/SEO, bzw. als Werkstudent im Marketing/Management.

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