Muss es immer Wacom sein? Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. Keine Frage, die Grafiktabletts von Wacom zählen wohl zu den Besten, die man für Geld kaufen kann. Wobei wir hierbei auch schon direkt beim Thema Geld wären. Denn Wacom Tablets sind vieles, aber eines sind sie nicht, günstig.

Klar wenn man professionell mit den Geräten arbeitet, dann führt wohl kein Weg an Wacom vorbei, einfach weil die Geräte zuverlässig ihre Arbeit verrichten und qualitativ top sind. Wacom wird, wohl auch auf Grund der langjährigen Erfahrung in diesem Bereich, nicht umsonst als Goldstandard angesehen.

Arbeitet man aber nur gelegentlich mit einem Grafiktablett oder betreibt das Ganz nebenbei in seiner Freizeit als Hobby, dann fragt man sich zu Recht, wofür man so viel Geld ausgeben sollte.

Ich habe mich deswegen mal im Internet umgeschaut und bin über einige günstige, aber durchaus interessante Alternativen gestolpert.

Den Anfang würde ich an dieser Stelle gerne mit dem Huion DWH69 machen.

Bei der Firma Huion handelt es sich um einen chinesischen Hersteller, der ähnlich wie Wacom, auf langjährige Erfahrungen im Bereich Grafiktabletts zurückgreifen kann. Auf Grund des guten Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich Huion in den letzten Jahren zunehmend einen Namen gemacht und so ist es nicht verwunderlich, dass die Tablets mittlerweile auch immer öfters im professionellen Bereich anzutreffen sind.

Bei dem DWH69 handelt es sich um ein kabelloses Grafiktablett, was von den Hardwarespecs und dem Funktionsumfang durchaus mit den Wacom Tablets der Intuos Pro Familie mithalten kann, nur eben mit dem Unterschied, dass die Wacom Tablets in diesem Segment bis zu 260€ mehr kosten. 

Werfen wir nun aber mal einen Blick auf das Huion DWH69.

Erst einmal positiv ins Auge fällt auf jeden Fall das ganze Zubehör. Neben dem eigentlichen Grafiktablett und dem Pen liegen noch ein Stifthalter inkl. 4 zusätzlicher Stiftspitzen, ein Handschuh zum „smoothen“ bzw. reibungslosen Arbeiten auf dem Tablet und eine Tragetasche, wenn man das Gerät doch mal mit auf Reisen nehmen will.

Das eigentliche Tablet scheint auf den ersten Blick gut verarbeitet zu sein und erinnert optisch an die kabellose Tastatur oder das Trackpad von Apple. Auf jeden Fall ein Hingucker.

Mit einer Auflösung von 5080 LPI und 2.048 Druckempfindlichkeitsstufen des Stifts steht das DHW69 den Konkurrenzprodukten von Wacom in Nichts nach.

Schauen wir uns nun das Ganze aber mal in Aktion an:

Startfertig ist das Grafiktablett eigentlich recht schnell. USB Stick mit dem Rechner verbinden, Tablet einschalten und das war es auch schon fast. Theoretisch würde das Tablet jetzt schon unter Windows und Mac ohne Probleme funktionieren, aber wenn man alle Funktionen nutzen möchte, sollte man natürlich noch die passenden Treiber installieren. Diese gibt es entweder auf der mitgelieferten CD oder zum Download auf der Seite des Herstellers.

Mit Hilfe der hauseigenen Software lassen sich sowohl die Tasten am Stift belegen, als auch den 8 Touch-Tasten Funktionen zuordnen. Theoretisch lassen sich auch zusätzlich noch 14 Softkeys einrichten, die ihr dann quasi mit dem Pen auf dem Tablet anklicken könnt. Das funktioniert eigentlich sowohl unter Mac, als auch Windows ohne Probleme. Als kleiner Tipp am Rande, unter Windows sollte die Software besser als Administrator ausgeführt werden, da es sonst sein kann, dass ihr keine Veränderungen an den Funktionstasten vornehmen könnt. (Test der Software siehe Video)

Nach der anfänglichen Eingewöhnung muss ich sagen, mit dem Huion Grafiktablett lässt sich wunderbar arbeiten, gerade in Photoshop oder Lightroom macht es echt Laune! Dank den 2.048 Druckempfindlichkeitsstufen arbeitet der Pen erstaunlich genau und reagiert sehr sensibel.

Ein ganz großer Pluspunkt ist auch die Kabellosigkeit des Huion DWH69. Hierbei hat man auf dem Schreibtisch alle Möglichkeiten bequem mit dem Tablet zu arbeiten, ohne immer ein störendes Kabel im Weg zu haben. Bei Wacom z.B. ist dieses Feature nur den teureren Geräten vorbehalten, bzw. kostet als Wireless Adapter noch einmal 30€ extra.

Das vorhandene, aber nicht wirklich nutzbare LCD Display ist der einzige Kritikpunkt, den ich an dem Tablet habe. Hier hätte man deutlich mehr raus holen können, beispielsweise als Touchpanel zum Farbenmischen, oder zum Zoomen, … die Möglichkeiten sind eigentlich unbegrenzt. Schade Huion, hier geht auf jeden Fall noch Einiges!

Als semi-professioneller Anwender kann ich das DWH69 auf jeden Fall ohne Einschränkungen empfehlen. Wacom mag immer noch Industriestandard sein und ich würde auch keinem professionellen Designer bzw. Grafiker davon abraten in Zukunft Wacom Tablets zu verwenden, aber für einen deutlich niedrigeren Preis bekommt man hier bei Huion deutlich mehr für sein Geld.

Das Huion DWH69 gibt es derzeit für gerade einmal 80€ bei amazon.

Überblick der Rezensionen
Lieferumfang
Verarbeitung
Benutzerfreundlichkeit
Software
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veit
Ich heiße Veit, bin 28 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaft und Chinesisch an der FU Berlin. Neben meinem Studium arbeite ich als Freelancer im Bereich Online Marketing/SEO, bzw. als Werkstudent im Marketing/Management.

2 Kommentare

  1. Sehr ausführlich und erfreulich. Ich habe heute mein Tablet erhalten (HUION DWH69) und fand eine Anleitung in englisch und eine in chinesisch. Beide Sprachen kann ich leider nicht. Im Internet fand ich ebenso nichts. Mein WINDOWS 10 ist auf 64 Bit. Der mitgelieferte Treiber aber nur 32… Also nicht zu laden, das Tablett funktioniert nicht. Nachfrage beim Hersteller: Keine Antwort, amazon hat bisher auch nicht geantwortet. Nun bin ich ratlos.
    Mit freundlichen Grüßen
    Werner Wieczorek

    • Hey, sorry für die späte Antwort. Also eigentlich macht es keinen Unterschied, ob du 32bit oder 64bit Anwendungen installieren wiillst. Auf einem 64bit System laufen Beide – auf einem 32bit System hingegen nur 32bit.

      Du kannst also ohne Bedenken den 32bit Treiber direkt von der Huion Seite installieren: http://www.huiontablet.com/drivers/WinDriver/HUION_DWH69_V12.2.16.zip

      Die Software ist aber ebenfalls auf Englisch – sollte aber mit einigem Rumprobieren auch so zu managen sein.

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