Dieses Jahr bin ich auf der IFA ja über so manch lustiges, mehr oder weniger sinnvolles Gadget gestolpert, wovon ich auch einige hier schon auf geekmonkey vorgestellt hatte.

Heute hab ich für euch den PetCube hier, eine IP Cam, speziell zum Überwachen eurer Vierbeiner. Der PetCube eignet sich aber nicht nur zum Überwachen, sondern dank integriertem Laser, Mikrofon und Lautsprecher auch zum interaktiven Spielen mit eurer Fellnase, wenn ihr unterwegs seid. Da wir selbst daheim seit einiger Zeit eine IP Cam einsetzten, um zu gucken was unser Hund so treibt, wenn wir nicht zuhause sind, musste ich das Ganze natürlich mal ausprobieren.

Klingt auf jeden Fall erst mal ganz gut soweit, oder? Werfen wir nun direkt einen Blick auf dieses coole Gadget!

Rein optisch macht der PetCube dank Aluminium Gehäuse einiges her und erinnert designtechnisch ein bisschen an Apple. Im Gegensatz zu so mancher IP Cam auf jeden Fall ein Hingucker!

Die verbaute Kamera verfügt über ein Weitwinkelobjektiv, mit dem man einen Winkel von 138° abdecken kann.  Aufgezeichnet, bzw. Gestreamt wird mit 720p. Audiostreaming funktioniert sowohl von der Camera zum Smartphone, als auch umgekehrt. Dank 2-Wege-Audio ist man also theoretisch in der Lage mit seinem vierbeinigen Kameraden zu kommunizieren.

Neben der verbauten Kamera verfügt der PetCube über einen eingebauten Laser, der sich über die eigene Smartphone App steuern lässt. Entgegen der Beschreibung auf der Seite des Herstellers kommt das in Deutschland erhältliche Modell mit einem Class 2 Laser, statt wie dort angegeben mit einem Class 3 Laser, daher. Ob das jetzt an den Sicherheitsbestimmungen hier zu Lande liegen mag oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Beide Laser sind aber in der Regel für den Menschen ungefährlich, wobei man natürlich nie mit einem Laser direkt ins Auge leuchten sollte.

Als Zubehör liegen neben der Anleitung und einer Hand voll Aufklebern noch ein relativ langes MicroUSB Kabel und ein USB Netzteil bei, über dem der PetCube mit Strom versorgt wird. Die Stromstärke liegt bei ~2A, d.h. der PetCube lässt sich auch mit jedem anderen USB Netzteil mit Strom versorgen, bzw. man kann das beiliegende Kabel durch ein längeres USB Kabel ersetzen. Klarer Pluspunkt für den Hersteller.

Ganz praktisch ist auch das Schraubgewinde auf der Unterseite des PetCube, er lässt sich somit auch ohne Probleme auf einem Stativ anbringen, bzw. leichter im Raum befestigen. Wobei hierbei natürlich etwas von dem Design Aspekt verloren geht.

Vor dem ersten Start muss man sich direkt per WLAN mit dem PetCube verbinden. Im folgenden Einrichtungsprozess kann man den PetCube dann mit seinem heimischen WLAN verbinden und so auch ohne Probleme via Internet darauf zugreifen. Anschließend empfiehlt es sich den Laser zu kalibrieren, da dieser von Haus aus ziemlich ungenau zu arbeiten scheint – leider ändert sich das nach dem Kalibrieren auch nicht wirklich.

Auf den PetCube zugreifen könnt ihr anschließend ebenfalls per Smartphone. Es gibt sowhl passende Apps für Android, als auch für iOS.  An dieser Stelle wollen wir uns mal die Andorid App angucken:

Die App wirkt erst mal gut strukturiert und aufgeräumt. Wobei mir ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Entgegen meiner ersten Aussage lassen sich mit der PetCube App Screenshots erstellen. Hierfür müsst ihr lediglich einmal auf den Touchscreen tippen, wenn ihr im PetCube Modus seid.

Wollen wir nun aber mal einen Blick auf den PetCube in Aktion werfen:

Der 138° Winkel macht sich auf jeden Fall bezahlt. Man kann einen kleineren Raum zumindest nahezu vollständig überwachen, solange der Aufstellort des PetCubes clever gewählt wurde. Manuell Schwenken ist leider nicht möglich.

Von der Videoqualität bin ich in dieser Preisklasse aber echt enttäuscht. Die 720p, also HD Videoaufnahmen wirken ziemlich verpixelt und farblich leicht übersteuert.

Der Laser läuft trotz mehrmaligem Kalibrieren mehr Schlecht als Recht, wird im Ernstfall wohl aber die wenigsten Tiere stören, wenn er nicht flüssig über den Boden huscht. Auch ist unklar was weitere Softwareupdates von Seiten des Herstellers bringen. Hier dürfen wir gespannt sein, da es sich noch um ein relativ junges Produkt handelt!

Da sich unser Hovawart eher weniger für den Laser begeistern lässt, habe ich zusätzlich noch ein Video von einem Public PetCube, also einem öffentlich zugänglichen PetCube erstellt.

Wie anfänglich schon im Review zur App angesprochen, entscheidet jeder PetCube Besitzer selbst, ob und für wen er seinen PetCube frei gibt, ebenso, welche Rechte der Besitzer hat und wie lange Besucher ihn benutzen dürfen.

Wie man unschwer erkennen kann, scheint es sich bei meinem Laser um keinen Einzelfall zu handeln – er hakt einfach noch ein wenig. Aber zumindest wirken die Katzen schon mal aufgeschlossener für den Laser als unsere Hündin.

Es gibt derzeit zwar noch nicht viele public PetCubes, aber ist auf jeden Fall mal was anderes und macht auch irgendwie Spaß mal zu gucken was andere Haustiere so treiben, bzw. online mit ihnen zu spielen.

[Anmerkung: bei den meisten öffentlichen PetCubes handelt es sich um Tierheime, oder Auffangstationen, bzw. spezielle Spielzimmer. Solltet ihr den PetCube in keiner dieser Einrichtungen verwenden, bzw. kein extra Spielzimmer für euren Vierbeiner haben, würde ich auf Grund der Privatsphäre davon abraten euren PetCube freizugeben – ihr könnt ihn aber auch nur mit Freunden und Familie teilen]

Zum Abschluss noch einmal ein kurzes Beispielvideo unserer bisherigen Überwachungskamera im Wohnzimmer. Zum Einsatz kommt hier die IP Cam von Keekoon. Das komplette Review findet ihr an dieser Stelle.

Bis auf den Laser steht die IP Cam dem PetCube in nichts nach, ganz im Gegenteil, in so gut wie allen Bereichen scheint sie dem PetCube überlegen zu sein. Auch die Videoqualität ist hier, zumindest subjektiv betrachtet, besser.

Ein klarer Pluspunkt ist auch die Möglichkeit die Kamera horizontal und vertikal zu schwenken, auf dieses Feature greifen wir eigentlich regelmäßig zurück. Auch eignet sich die IP Cam dank zusätzlicher Funktionen auch als Alarmanlage, bzw. zeichnet Bewegungen auf und verschickt emails.

Fazit:

Optisch macht der PetCube sicherlich einiges her, enttäuscht aber leider ein wenig bei der Videoqualität. Auch das eigentliche Feature, der integrierte Laser läuft zum Zeitpunkt des Tests noch nicht ganz Rund – hat aber durchaus Potential.

Für weit unter 200€ bekommt man derzeit sicherlich vergleichbare oder bessere IP Kameras, wie z.B. die Keekoon IP Cam, die gerade mal 1/3 vom PetCube kostet. Aber wer Wert auf den integrierten, steuerbaren Laser legt, der kommt derzeit nicht am PetCube vorbei. Auch bietet der PetCube zusätzlich zum eigentlichen Cube noch ein komplettes Sozialen Netzwerk mit vielen anderen Tierbesitzern und Tierfreunden, die lustige Videos oder Fotos ihres Vierbeiners teilen, oder sogar Einblick in das Leben ihrer Fellnase bieten.

Am Ende muss aber jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist. Audio und Video oder eben Zusatzfunktionen wie der Laser oder die Community.

Überblick der Rezensionen
Design
Kamera
Funktionsumfang
App
Preis/Leistung
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veit
Ich heiße Veit, bin 30 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaft und Chinesisch an der FU Berlin. Neben meinem Studium arbeite ich als Freelancer im Bereich Online Marketing/SEO, bzw. als Werkstudent im Marketing/Management.

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