Lange Zeit habe ich mich gegen ebook Reader gewehrt, für mich kam so etwas nicht in Frage. Gut, für die Uni hab ich öfters die Slides, bzw. die Scans aus irgendwelchen Büchern auf dem Tablet, aber daheim auf dem Sofa oder im Bett? Nein, wenn schon lesen, dann doch bitte ein richtiges Buch. Mit echten Seiten, zum umblättern, aus Papier und so.

Es lässt sich aber nicht bestreiten, dass ebook Reader auf dem Vormarsch sind. Wie oft sehe ich morgens auf dem Weg zur Arbeit Menschen mit solchen Dingern in der S-Bahn oder im Bus. Zugegeben, das sieht schon echt praktisch aus! Ich mein wer möchte auch gerne ein dickes gebundenes Buch mit sich rum schleppen, nur um unterwegs einige Seiten zu lesen? Ich sicherlich nicht. Aber diese kleinen Reader sehen so schön handlich und leicht aus.

Gut, die Neugier war geweckt! Es musste ein ebook Reader her! Aber welcher? Von vornherein kannte ich eigentlich nur die Dinger von Amazon. Auf Grund von DRM und Einschränkungen bei den unterstützen Files hab ich mich aber erst mal nach den Alternativen umgesehen. Ziemlich schnell wird dann deutlich, soviel Auswahl gibt es dann doch nicht. Neben den Kindle Geräten von Amazon gibt es noch die Tolinos, ein Reader in Kooperation mehrerer Buchhändler und der Deutschen Telekom und eben die verschiedenen ebook Reader der Firma PocketBook. Pocketbook schien mir nach einiger Recherche ein alter Hase in dem Geschäft zu sein und so dachte ich okay, mach ich den Anfang mit PocketBook!

Auf der Seite des Herstellers findet man, ähnlich wie beim Kindle oder dem Tolino mehrere verschiedene Ausführungen. In meine engere Wahl fielen dann, auf Grund der Größe und des Designs der Touch Lux 3 und das Ultra Book. Da ich aber in einem ebook Reader nicht zwingend Spielereien wie eine Kamera benötige, entschied ich mich für den Touch Lux 3.

Touch Lux 3

Bei dem Touch Lux 3 handelt es sich um einen 6″ großen ebook Reader. Verbaut wurde hier ein 1500mAh Akku, was für mehrere Hundert Stunden Lesespaß mehr ausreichen sollte. Geladen wird der Akku über einen micoUSB(2.0) Anschluss, über den auch zusätzlich der interne 4GB Speicher zu erreichen ist. Viel praktischer ist aber die Synchronisation via WLAN – dazu aber später mehr. Wem der Speicher nicht ausreicht, der kann aber nach belieben eine microSD Karte nachrüsten.

Verbaut ist das Ganze in einem knapp 17cm hohen und 11cm breiten, 208g schweren ’soft touch‘ Kunststoffgehäuse.

Der Touch Lux unterstützt eigentlich so gut wie alle gängigen ebook Formate: PDF, EPUB, DJVU, FB2, FB2.ZIP, DOC, DOCX, RTF, PRC, TCR, TXT, CHM, HTM, HTML, MOBI, ACSM

Zusätzlich gibt es noch einen Browser mit an Board – zum einfachen Lesen von Nachrichten akzeptabel, aber für alles andere, auch auf Grund der Reaktionszeit des E-Ink Displays, weniger sinnvoll.

Da es wohl eines der wichtigsten Merkmale eines ebook Reader ist, hier noch einige Informationen zum verbauten E-Ink Display:

Displaytechnologie E-Ink Carta
Displaygröße 6 Zoll
Displayauflösung 1024×758 Pixel
Pixeldichte 212 ppi
Farbtiefe 16 Graustufen
Touchscreen ja, kapazitiv
Eingebaute Beleuchtung ja

Lieferumfang

Das Gerät kam in einer eher simplen und langweiligen Verpackung daher, aber na gut, es kommt ja auf den Inhalt an! Zusätzlich zum Touch Lux 3 liegen ein MicroUSB Kabel zum Aufladen, eine Anleitung und eine Garantiekarte bei. Ein bisschen schade ist, dass es kein separates Netzteil gibt. In der heutigen Zeit aber wohl verschmerzbar, da man auch ohne Probleme jeden anderen USB Port zum Aufladen benutzten kann – egal ob Computer, Smartphone, Tablet oder USB Charger.

Verarbeitung

Was die Verarbeitung angeht, so hat PocketBook hier echt ganze Arbeit geleistet. Alle Anschlüsse sind ohne Probleme zugänglich, die Tasten lassen sich leicht drücken, geben aber nicht zu sehr nach, die Ecken sind abgerundet, das Dispay ist lückenlos ins Gerät eingelassen und auch optisch macht der Reader einiges her.

Hands on

Zeit sich das gute Stück einmal ein bisschen näher anzugucken:

Da ich generell eine Abneigung gegen Anleitungen besitze, hab ich mich nach dem ersten Aufladen direkt ans Ausprobieren gewagt. Der Reader lässt sich, auch ohne vorher die Anleitung studier zu haben, spielend leicht und schon fast intuitiv bedienen. Zum Umblättern benutzt man entweder die Pfeiltasten unterhalb des Displays, oder tippt in der oberen Hälfte den rechten, bzw. linken Bildschirmrand. Ein kurzer Anstubser oben rechts in der Ecke setzt ein Lesezeichen – was gerade, wenn man mehrer Bücher parallel liest, schon mal sehr praktisch sein kann.

Auch das Menü lässt sich ähnlich leicht bedienen. Wie bei den meisten Smartphones sind die meisten Menüpunkte mit kurzen Icons ausgeschildert, so dass sich auch ein Laie dort gut zurecht findet.

Was die eigentlichen Einstellungen angeht, so muss ich zugeben, ich bin begeistert. Besonders praktisch ist hierbei die stufenlose Regulierung der Hintergrundbeleuchtung oder das Ändern der Schriftgröße, bzw. Schriftart. Auch den Abstand zum Seitenrand kann man problemlos in den Einstellungen ändern.

Synchronisation

Die Synchronisationsmöglichkeiten haben mich restlos begeistert, allen vorweg die Synchronisation mit der Dropbox. Hierbei könnt ihr den Touch Lux mit eurer Dropbox verbinden und ganz bequem und unkompliziert ebooks hin und her schieben. Einfach ebook herunterladen, in den freigegebenen Dropbox Ordner legen und auf dem Touch Lux die Synchonisation starten. Einfacher könnt ihr eure Buchsammlung sicher nicht organisieren.

Wem das zu kompliziert ist, der kann aber auch die hauseigene Send-to-PocketBook Option nutzen. Hierbei wird eine neue Pocketbook email angelegt, an die ihr eure ebooks ganz bequem als mail schicken könnt. natürlich lässt sich der Touch Lux auch einfach per USB mit dem Computer verbinden und ihr übertragt die ebooks wie früher die guten alten mp3s auf den Player.

Wenn ihr mehr als einen Reader aus dem Hause PocketBook verwendet könnt ihr auch mit Hilfe des PocketBook Sync eure Lesezeichen auf allen Geräten aktuell halten.

Die Vielzahl an Synchronisationsmöglichkeiten erleichtert zwar die Beschaffung von Büchern, wer es aber unkompliziert mag, der kann auch den Pocketbook eigenen Büchershop benutzen. Dort könnt ihr gekaufte Artikel direkt auf euren Reader herunterladen.

Alles in Allem ein klasse ebook Reader mit vielen nützlichen Features. Für gerade einmal 100€ auf amazon in meinen Augen auf jeden Fall eine gute Alternative zum Kindle, bzw. Tolino.

Wer weiß, vielleicht schaue ich mir die anderen Reader zur gegebenen Zeit aber trotzdem mal genauer an.

Überblick der Rezensionen
Verarbeitung
Bedienung
Zubehör
Formate
Preis/Leistung
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veit
Ich heiße Veit, bin 30 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaft und Chinesisch an der FU Berlin. Neben meinem Studium arbeite ich als Freelancer im Bereich Online Marketing/SEO, bzw. als Werkstudent im Marketing/Management.

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