Ich wollte eigentlich schon vor Jahren vernetzte LEDs im Haus verbauen, konnte mich aber bis jetzt nie so wirklich dazu durchringen. Einzig und allein im Wohnzimmer kam bis jetzt eine WiFi fähige LED zum Einsatz, über das Striim Light hatte ich damals relativ ausgiebig berichtet.

Natürlich war mir immer mal wieder das Hue System von Philips aufgefallen, sei es nun in einer der unzähligen Zeitungsbeilagen, die eigentlich niemand liest, oder als Onlineangebot auf z.B. Amazon.

Erst jetzt, nachdem ich mir den Echo Dot von Amazon bestellt und mich so langsam mit der Computerstimme Alexa angefreundet habe, dachte ich ist es mal an der Zeit das Thema Lichtersteuerung in Angriff zu nehmen. Es klingt einfach zu verlockend die Lampen im Haus per Sprachsteuerung zu kontrollieren, erst recht, seitdem der Echo bzw. Echo Dot nun auch auf den Namen „Computer“ hört. Ich mein welcher Kerl hat nicht schon sein Leben lang davon geträumt nach Hause zu kommen und zu sagen: „Computer, schalte die Lichter an“?

Ich bin also noch direkt am Samstag, nachdem der Echo Dot bei mir ins Haus trudelte zum nächsten Cyberport geflitzt und habe mir das Hue Starterpaket besorgt. Quasi das günstigste Paket, bestehend aus der Bridge und zwei warm weißen, dimmbaren LEDs.

Gut, zugegeben ich hätte das Ganze auch wie gewohnt bei Amazon bestellen können, aber dann hätte ich noch bis mindestens Montag warten müssen. Das geht gar nicht! Ich denke auch hier werden mich die meisten Kerle verstehen.

Philips Hue Starterset

Hier mal ein kurzer Blick auf das Starterpaket.

Klar sind zwei LEDs ein bisschen wenig, aber zum Ausprobieren, bzw. Antesten des Hue Systems reichen sie alle Male.

Installation

Die eigentliche Installation ist wirklich simple und sollte auch Technikmuffel vor kein allzu großes Problem stellen. Die Bride wird an den Strom angeschlossen und mit Hilfe des mitgelieferten LAN Kabels mit dem Heimnetzwerk verbunden – in den meisten Fällen also einfach an den Router angeschlossen. Das war es eigentlich schon. Jetzt muss man lediglich ein paar Minuten warten, bis die Bridge sich mit dem Heimnetzwerk verbunden hat.

Damit wäre wohl auch schon der größte Technische Teil erledigt. Als nächstes ersetzt man die LEDs, bzw. Glühbirnen im Haus mit den beiden Hue LEDs. Da es sich hierbei um Standard E27 Gewinde handelt, unterscheiden sich diese nicht wirklich von anderen Leuchtmitteln.

Zu guter Letzt lädt man sich die passende Hue App aufs Smartphone runter. Dafür einfach nach Hue im Google Playstore, bzw. in Apples Store suchen. Nicht wundern, die App hat jetzt nicht wirklich die besten Bewertungen, reicht für den Anfang allerdings mehr als aus.

Dort navigiert ihr einfach zu den Lampeneinstellungen und klickt auf das + Symbol. Unnötig zu erwähnen, dass das Licht vorher angeschaltet werden sollte, da die LEDs natürlich Strom benötigen, um eine Funkverbindung mit der Bridge einzugehen.

Usability

Zu Beginn ist es schon eine Umstellung, die Lichter im Haus per Smartphone bzw. über Sprachsteuerung zu regulieren. Man gewöhnt sich aber recht schnell daran.

Das gute ist, man ist nicht zwingend darauf angewiesen. Soll heißen, man kann nach wie vor auch die Lichtschalter an der Wand benutzten. Hierbei muss man das Licht nur einmal aus und wieder anschalten. Oder man ersetzt die Lichtschalter durch spezielle Hue kompatible Lichtschalter.

Die eigentliche App von Philips mag zwar nicht die Beste sein, reicht für meine Zwecke aber mehr als aus. Dank der offenen API von Philips gibt es aber im Appstore auch genügend Alternativen von Drittanbietern.

Wirklich praktisch finde ich die Fernverwaltung per App. Wenn man sich dort mit seinem Hue Account angemeldet hat, lässt sich das Hue System auch von Unterwegs regulieren, also säße man gerade auf dem Sofa in den eigenen vier Wänden. Wirklich sehr praktisch, gerade wenn wir mal wieder vergessen haben für unseren Hund das Licht anzuschalten.

Die verschiedenen LEDs ermöglichen eigentlich den Einsatz in so gut wie jedem Bereich. Wir verwenden z.B. zum größten Teil warm-weiße LEDs in der ganzen Wohnung. Am Wohnzimmertisch, wo meine Freundin z.B. gerne sitzt und arbeitet hingegen habe ich warm-kalt-weiße LEDs verbaut.

Theoretisch besteht auch die Möglichkeit bunte LEDs zu verwenden. Mit dieser Möglichkeit des speziellen Ambilights habe ich mich aber noch nicht beschäftigt. Hierbei hat mich aber auch der relativ hohe Preis abgeschreckt. Wobei das auch wieder relativ zu sehen ist – je nachdem was für eine Verwendung man für derartige LEDs hat.

Alexa

Natürlich war einer der Hauptgründe, warum ich dem Hue System eine Chance gegeben habe, mein kleiner Amazon Echo Dot. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert. Die beiden Systeme arbeiten ohne Probleme und nahezu perfekt miteinander.

Der Echo, bzw. Echo Dot bietet eine native Unterstützung für das Hue System, d.h. man benötigt nicht zwingend einen Online Account bei Philips, um seine Lichter mit Hilfe von Alexa steuern zu lassen. Ob die Anfragen hierbei lokal verarbeitet werden, oder wie alles andere über Amazons Rechenzentren läuft, dazu kann ich derzeit nichts sagen.

Was ich aber sagen kann ist, dass die Bedienung von Hue mit Hilfe von Alexa um einiges komfortabler ist, wenn man den eigenen Hue Account mit seinem Alexa Konto verknüpft hat. So lassen sich auch ohne Probleme bestimmte Szenen einstellen, bzw. das Licht stufenlos dimmen.

Praktischerweise lassen sich die einzelnen Lampen auch innerhalb der Alexa App noch einmal zu Gruppen zusammenfassen.

Damit sind einige Spielereien, die das Leben ungemein erleichtern, möglich. Wenn man jetzt z.B. bei uns nachts auf die Toilette möchte, braucht man im Schlaf nur zu murmeln „Alexa schalte den Nachtmodus an“ und überall auf dem Weg zum Badezimmer werden die Lichter auf 10% gedimmt angeschaltet.

Von der ursprünglichen Idee das Aktivierungswort „Computer“ bin ich hingegen abgewichen, dafür wird das Wort zu oft im normalen Sprachgebrauch verwendet – das bleibt aber natürlich jedem selbst überlassen. Bei uns auf jeden Fall hört die Dame wieder auf den Namen „Alexa“.

Zubehör

Anfänglich ging ich davon aus, dass das Hue System nur aus einer Hand voll LEDs besteht. Weit gefehlt.

Neben den verschiedenen Starterpacks kann man die LEDs natürlich auch einzeln kaufen. Hierbei gibt es zurzeit drei verschiedene Versionen:

Philips hat mitgedacht und zusätzlich zu den Standard E27 LEDs gibt es auch den passenden LED Ersatz für Halogenlampen.

Praktischerweise gibt es auch eine relativ beachtliche Menge an LEDs von Drittherstellern, die ebenfalls mit dem Hue System kompatibel sind. Besonders erwähnt werden sollten hier vielleicht die Lightify LEDs von Osram. Die gibt es sogar in der E14 Version, damit passen sie auch ohne Probleme in die kleineren Lampenfassung.

Wer jetzt nicht unbedingt alles per Smartphone oder Sprachsteuerung regulieren will, der findet auch einige mehr oder weniger nützliche Erweiterungen.

Gerade Letzteres ist eine ziemlich Coole Sache. Die Fernbedienung kommt nämlick kompltt ohne Batterien oder Akku aus. Die benötigte Energie wird quasi nur das runterdrücken des Knopfes erzeugt. Schon ziemlich genial, wenn ihr mich fragt!

Unabhängig von den LEDs bietet Philips aber auch eine Vielzahl an Komplettlösungen an. Diese hier aber alle aufzuzählen, würde wohl den Rahmen sprengen, weswegen ich an dieser Stelle nur auf den hauseigenen Shop verweise.

Unterschiedliche LEDs

Was mir beim Kauf der einzelnen Lampen aufgefallen ist, es gibt derzeit eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen auf dem Markt, gerade was die einfachen warm-weißen LEDs angeht. Leider lässt sich der Unterschied nicht auf Anhieb erkennen – selbst der EAN Code ist identisch. Deswegen hier mal ein kurzer Überblick:

  • LBW 006 – 9,5 Watt, altes Modell, schwarzes Ende am Gewinde, Verpackung geht seitlich auf, Inlay aus Plastik
  • LBW 010 – 9 Watt, neues Modell, weißes Ende am Gewinde, Verpackung geht nach oben hin auf, Inlay aus Pappe
  • LBW 014 – 9 Watt, neues Modell, habe ich leider selbst noch nicht zu Gesicht bekommen

Prinzipiell kann man sagen, die Lampen funktionieren alle ohne Probleme und sind sowohl mit der neuen, als auch mit der alten Bridge kompatibel, dennoch möchte man natürlich die neuste Version haben, wenn man sich jetzt sein System zusammen stellt. Genau aus diesem Grund war ich auch eine Weile mit Umtauschen beschäftigt – haha.

Fazit

Zugegeben, der anfängliche Preis von knapp 70€ für das günstigere Starterpaket schreckt vielleicht erst einmal ab. Auch wenn man sich den Preis pro LED anguckt. Hier werden im günstigsten Fall mal eben 18€ fällig. Aber wenn man sich mal vor Augen hält, was eine normale LED Lampe kostet, die in der Regel nicht mal Dimmbar ist, dann relativiert sich das Ganze ziemlich schnell.

Für eine „normale“ warm-weiße LED zahle ich je nach Qualität  7 – 12€. Diese LED ist aber weder Dimmbar, noch kann ich sie irgendwie aus der Ferne kontrollieren. Auch dürften die wenigsten LEDs eine derartig lange Lebensdauer wie die Hue LEDs haben. Philips gibt hier bis zu 25.000 Stunden an. Das hieße man könnte eine LED knapp 3 Jahre durchgängig anlassen, bevor sie den Geist aufgibt. Bei Alltäglicher Nutzung dürften es also eher 6 bis 8 Jahre sein. Hier ist es wohl wahrscheinlicher, dass man sich vorher für ein neues Lampensystem entscheidet und die alten Lampen aussortiert – haha.

Wer sich einmal dazu durchgerungen hat, die ersten 70 € zu investieren, der wird ganz schnell süchtig nach diesem System. Die Verkäuferin bei Cyberport hatte mich bereits vorgewarnt. Und sie sollte Recht behalten. Ich habe mittlerweile alle Lampen bei uns in der Wohnung durch Hue LEDs ersetzt.

Von mir an dieser Stelle also eine ganz klare Kaufempfehlung!

 

Überblick der Rezensionen
Design
Funktionen
Usability
Preis/Leistung
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veit
Ich heiße Veit, bin 28 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaft und Chinesisch an der FU Berlin. Neben meinem Studium arbeite ich als Freelancer im Bereich Online Marketing/SEO, bzw. als Werkstudent im Marketing/Management.

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